<div class="row"> <div class="col-md-6"> <h1> Esther Kinsky </h1> <div class="bodytext"> <p>&nbsp;</p> <p>Auch ich werde eines<br /> tages dastehen wie die da<br /> klein und mit einer<br /> zu großen tasche vergessen<br /> dass alle alten frauen solche taschen tragen<br /> voll mit den trocknen<br /> häuptern von blumen<br /> die rascheln wenn ihre hände<br /> hinabfahren zwischen die<br /> hortensienköpfchen die wisprigen<br /> lippen der iris runzlige altrosen<br /> sterne der phlox die noch leuchten<br /> ganz unten<br /> wo sich alles anfühlt<br /> wie altes papier wie<br /> verworfene briefe<br /> verschwendete zettel und listen<br /> des niegetan. </p> <p><i><br /><sub>aus: bisher unveröffentlicht<br /><br /> Buchveröffentlichungen, zuletzt:<br /> Am Fluss. Roman. (2014)<br /> Naturschutzgebiet. Gedichte und Fotografien. (2013)<br /> Fremdsprechen. Gedanken zum Übersetzen. (2013)</sub></i></p> </div> <div> <hr /> </div> <div class="bodytext"> <p><b class="bioname">Esther Kinsky</b> | Geboren 1956 in Engelskirchen. Nach 15 Jahren in London lebt sie mittlerweile in Berlin und Battonya (Ungarn), wo sie als Übersetzerin für polnische, russische und englische Literatur sowie als Autorin tätig ist. Franz-Hessel-Preis 2014.&nbsp;</p><div class="einzelspalte"><p>&nbsp;</p> <p> <i>Die Sprache selbst ist […] ein Abbild des Geschilderten. In weiten interpunktionslosen Bögen erstreckt sich das Gedicht, wie von einer, die sich mit beseelten, raumen Schritten die Umwelt aneignet, ein beinahe hymnischer Zugang, dessen Euphorie mit ungewöhnlichen Zeilenbrüchen gezügelt und manchmal infrage gestellt wird. <br /><br /> Jürgen Brôcan<br /><br /></i></p></div> </div> </div> <div class="col-md-6"> <figure> <img class="image" alt="Esther Kinsky" width="400" height="400" src="/fileadmin/_processed_/f/9/csm_kinsky_bfea6a883c.jpg" title="Esther Kinsky" /> <figcaption>Esther Kinsky | © Similitudo</figcaption> </figure> </div> </div>