Patrizia Cavalli

Patrizia Cavalli
Patrizia Cavalli | © Dino Ignani

 



Fuori in realtà non c’era cambiamento,
è il morbo stagionato che mi sottrae alle strade:
dentro di me è cresciuto e mi ha corrotto gli occhi
e tutti gli altri sensi: e il mondo arriva
come una citazione.
Tutto è accaduto ormai, ma io dov’ero?
Quando è avvenuta la grande distrazione?
Dove si è slegato il filo, dove si è aperto
il crepaccio, qual è il lago
que ha perso le sue acque
e mutando il paesaggio
mi scombina la strada?



aus: Diese schönen Tage.
Aus dem Italienischen von Piero Salabè.
Mit einem Nachwort von Giorgio Agamben.
Edition Lyrik Kabinett bei Hanser, München 2010

Piero Salabè

Piero Salabè
Piero Salabè | © privat, Carl Hanser Verlag

 



Draußen hat sich in Wahrheit nichts verändert,
das in mir gereifte Übel hält mich den Straßen fern:
es ist in mir angewachsen, hat meinen Blick verdorben
und alle anderen Sinne: die Welt erreicht mich
als Zitat.
Alles hat sich schon ereignet, wo war ich bloß?
Wann kam die große Zerstreuung?
Wo hat sich der Faden gelöst, wo sich
die Spalte geöffnet, welcher See
hat sein Wasser verloren und
mir mit veränderter Landschaft
den Weg verwirrt?


Patrizia Cavalli | Geboren 1949 in Todi, Umbrien, lebt in Rom. Lyrikerin, Erzählerin und Shakespeare-Übersetzerin

Wundervolle Gedichte ... Gedichte, die einfach wie Tagträume unsere Gedankenwelt begleiten, die wie Ein und -Ausatmen notwendig zum Lebensvollzug gehören.


Jan Volker Röhnert


Piero Salabè | Geboren 1970, lebt in München als Verlagslektor und Übersetzer.