Lyrikertreffen Münster und Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie

Das Lyrikertreffen Münster gehört seit 1979 zu den herausragenden internationalen Kulturereignissen in Münster. Das Kulturamt der Stadt Münster richtet das Literatur-Ereignis im Biennale–Rhythmus aus. In Lesungen, Vorträgen und Gesprächen werden Begegnungen zwischen Publikum, Lyrikerinnen und Lyrikern, zwischen Literaturwissenschaft und Literaturvermittlung ermöglicht.

Im Rahmen des Festivals wird seit 1993 der "Preis der Stadt Münster für europäische Poesie" verliehen. Ausgezeichnet werden damit ein international rezipierter Lyrikband und dessen eigenständige Übersetzung. Anlässlich seiner zehnten Verleihung 2011 wurde der "Einzugsbereich" des Preises über die Grenzen Europas hinaus erweitert. Unter dem neuen Titel „Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie“ kann er auf die politische Globalisierung eine weltliterarische Antwort geben.


Poesiepreis 2019 geht an Eugene Ostashevsky, Monika Rinck und Uljana Wolf

Eugene Ostashevsky
Eugene Ostashevsky | © Dirk Skiba
Monika Rinck
Monika Rinck | © Gene-Glover
Uljana Wolf
Uljana Wolf | © Timm Kölln

Der russisch-amerikanische Dichter, Übersetzer und Literaturprofessor Eugene Ostashevsky wird mit dem Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie 2019 ausgezeichnet. In ihrer Begründung würdigt die Jury die Sprachakrobatik und den Formenreichtum eines Autors, „der virtuos alle Gattungsregister zieht - von Kinder- und Piratenlied über Traktat und Ballade bis zu Hip Hop und Rap“. Geehrt werden Ostashevsky und dessen Übersetzerinnen Monika Rinck und Uljana Wolf für den zweisprachigen Gedichtband „Der Pirat, der von Pi den Wert nicht kennt“ (2017, Verlag kookbooks, Berlin).

Verliehen wird der Preis beim Internationalen Lyrikertreffen Münster, das vom 24. bis 26. Mai 2019 stattfindet. Die Verleihung bildet am Sonntag, 26. Mai, den Abschluss des Lyrikertreffens.

Im gekürten Gedichtband verstrickt Ostashevsky einen Seeräuber und einen Papagei in surreal-gewitzte Gespräche, in einen absurden poetischen Dialog. „Ein veritabler Piratenschatz immer neuer Rhythmen und Reime“, meint die Jury. Der Dichter kombiniere lyrische wie prosaische Fragmente aus unterschiedlichsten Sprachen, Sprachstufen und Sprachsystemen - teils ironisch gebrochen, entstellt oder zerlegt, doch immer „mit Wort(aber)witz und Wucht“.         

 

Von einem „Glücksfall“ spricht die Poesiepreisjury mit Blick auf die Übersetzungsleistung. Monika Rinck und Uljana Wolf hätten dem sprachspielerischen Parforceritt Ostashevskys mit einem „Höchstmaß an Geist und Witz die Tore der deutschen Sprache geöffnet“. Beide arbeiten als Übersetzerinnen und blicken auf ein umfangreiches eigenes lyrisches Werk.


Das Lyrikertreffen im Film


Der rund achtminütige Film vermittelt einen Einblick in die Facetten und Besonderheiten des Lyrikertreffens und des noch jungen Rahmenprogramms „Poetry“.
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